Strona G³ówna   Kontakt   Warto przeczytaæ Jeste¶ 233336 go¶ciem.
 
Zofia Czeska, geborene Maciejowski

Gründerin der Schule und Kongregation der Jungfrauen der Opferung der Heiligsten Jungfrau
(Congregatio Virginum a Praesentatione Beatae Mariae Virginis)




   Die Kirchengeschichte von der Antike bis in unsere Tage ist reich an bewundernswürdigen Beispielen von Personen des geweihten Lebens, die das Streben nach Heiligkeit durch das pädagogische Engagement gelebt haben und leben, wobei sie gleichzeitig die Heiligkeit als Erziehungsziel angeben. Tatsächlich haben viele von ihnen die Vollkommenheit der Liebe durch Erziehung verwirklicht. Das ist eines der wertvollsten Geschenke, die die Personen des geweihten Lebens auch heute der Jugend anzubieten haben, indem sie diese zum Objekt eines liebevollen erzieherischen Dienstes machen. [Vita Consecrata, 96]

   Der Heilige Vater hat sich mit einer dringlichen Bitte an die Mitglieder der Institute des Konsekrierten Lebens, die Erziehungsarbeit leisten, gewandt. Sie sollten ihrem ursprünglichen Charisma und ihren Traditionen treu zu bleiben. Sie sollen dies in dem Bewußtsein tun, daß die Liebe, die den Armen vorzugsweise zuteil wird, ihre besondere Anwendung in der Wahl geeigneter Mittel findet, um die Menschen von jener schweren Form des Elends zu befreien, das der Mangel an kultureller und religiöser Bildung darstellt. [Vita Consecrata, 97]

   Eine von denen, die sich mit vollem Eifer der Erziehungsarbeit hingegeben hat, ist die Gottesdienerin, Mutter Zofia Czeska geb. Maciejowski gewesen. Sie ist 1584 als Tochter von Mateusz Maciejowski und Katarzyna geborene Lubowiecka, in Polen geboren. Ihre Eltern waren von niederem Adel aus dem Gebiet um Krakau und Sandomierz. Sie hatten zahlreiche Nachkommen: fünf Söhne und vier Töchter. Zofia war das dritte Kind. Gemäß dem damaligen Brauch hat sie im frühen Alter von 16 Jahren ihren Mann Jan Czeski geheiratet und seinen Namen angenommen. Diese Ehe dauerte lediglich 6 Jahre lang. Schon im 22. Lebensjahr war Zofia ohne Nachwuchs verwitwet. Obwohl sie jung, schön und reich war und viele Bewerber hatte, heiratete sie nicht mehr, sondern widmete sich den Werken der Barmherzigkeit. Ein großes Anliegen waren ihr vor allem die Waisenkinder und die aus dem Armenhaus stammenden Mädchen. Erfüllt mit der Liebe zu Gott und der Sorge um Erlösung des Menschen hat sie 1621-1627 in eigenen Häusern in der Szpitalna-Str. 18 in Krakau ein Erziehungsinstitut gegründet und es selbst finanziert. Es bekam den Namen Fräuleinshaus der Opferung der Heiligsten Jungfrau oder auch Waisenhaus. Das war die erste Mädchenschule in Polen. Mädchen aus dem einfachen Stand wurden damals durch ihre Mütter erzogen. Die aus den reichen Familien erhielten ihre Ausbildung von Privatlehrern, am Königshof oder in einem Kloster.

   Die Zeit, in der die Gottesdienerin gelebt hat, war schwer. Hohe Sterblichkeitsrate, häufige Naturkatastrophen, unfruchtbare Jahre, Hochwasser, Hunger, Epidemien und Kriege haben viel Leid im Lande verursacht. Die Waisen hatten sehr oft nicht das Nötigste zum Leben. In ihrer Not mußten sie betteln oder waren sogar zu einem unmoralischen Leben gezwungen. Weil Zofia Czeska das sah, opferte sie ihr ganzes Leben und Vermögen den Armen und den Waisen. Durch eine gute Ausbildung und Erziehung wollte sie für ihre Schützlinge eine bessere Zukunft und die Heilsfindung ermöglichen. Bis zum Ende ihres Lebens hat sie, wie eine gute Mutter, die ihr Kind in Gefahr sieht, den notleidenden Kindern geholfen. In ihrem Institut kümmerte sie sich als Lehrerin, Erzieherin und Oberin um alle rechtlichen und materiellen Belange. Der Krakauer Bischof Marcin Szyszkowski gab am 31. Mai 1627 die Stiftungsurkunde heraus. Diese Stiftung wurde am 24. Mai 1633 durch den Apostolischen Nuntius Honorat Visconti im Namen des Apostolischen Stuhles und am 30. Juni 1633 durch den polnischen König W³adys³aw IV Waza bestätigt.

   Dieses Institut war kein Orden im eigentlichen Sinne. Der Protektor des Institutes war der Diözesanbischof von Krakau. Jesuitenpatres von der St. Barbara-Kirche in Krakau dienten als Beichtväter.

   Weil die Gottesdienerin um die Zukunft ihres Werkes besorgt war, bemühte sie sich darum, daß ihr Institut die Rechte einer Ordenskongregation bekam. Die Hauptaufgaben dieser Ordenskongregation sollten Ausbildung und Erziehung der Mädchen sein. Damals war das etwas Neues, weil es bisher fast nur Ordensgemeinschaften gab, die hauptsächlich kontemplativen, aber keinen apostolischen Charakter hatten. Gott hat sie noch vor der Gründung der Ordenskongregation in die Ewigkeit abberufen. Sie ist am 1. April 1650 im Schein der Heiligkeit gestorben und in der Marienkirche in Krakau begraben.

   Die Ordenskongregation der Jungfrauen der Opferung der Heiligsten Jungfrau (PP. Prezentki) hat sich endgültig nach dem Tod ihrer Gründerin geformt. Die Satzung (ähnlich der Verfassung des Konservatoriums der hl. Eufemie in Rom) wurde von Bischof Andrzej Trzebicki bestätigt. Das Vorwort der Gründerin zur Satzung wurde zu ihrem geistlichen Testament, in dem sich ihr lebendiger Glaube und ihre tiefe Liebe zu Gott ausdrücken. Damit hat sie die Ziele ihres Wirkens bestimmt. Aus Dankbarkeit zu Gott für seine Güte und Liebe hat sie sich der Erziehung der Mädchen gewidmet. Darin sah sie ihre Berufung. Bezeichnend ist ihr Ausspruch: "Gott braucht von uns nichts, aber er braucht die Kleinsten von uns, mit denen er sich personifiziert". Sie war der Meinung, sie diene den Mädchen am besten, wenn sie diese zur Erlösung und Heiligkeit führe. Sie wollte alles, was sie besessen hat, Gott geben. Sie hat gesagt: "Gott, der Herr aller Dinge, braucht keine Geschenke von uns. Er empfiehlt, es den Freunden, Knechten, Waisen und Kindern zu schenken. Was ihnen geschenkt wird, wird Gott geschenkt". Darum hat sie ihr Leben für die Notleidenden geopfert. "Ich habe mir die Kleinsten erwählt: Kinder und Waisen, d.h. arme und hilfsbedürftige Mädchen, damit sie aus seiner Gnade und Barmherzigkeit gute Erziehung haben können" (...).

   Ihr geistliches Leben hat sie auf dem Kult der Eucharistie und auf der Marienfrömmigkeit begründet. Als Marienverehrerin hat sie Maria im Geheimnis der Opferung im Tempel als Patronin ihres Werkes erwählt. Sie galt als ein Beispiel der völligen Selbstaufopferung für Gott. Von diesem Geheimnis her, das im Lateinischen das Wort "presentatio" zum Ausdruck bringt, kommt der Name der Ordensgemeinschaft: - Kongregation der Opferung der Heiligsten Jungfrau - PP. Prezentki (Liturgischer Gedenktag am 21. Nov.). Das war die erste Ordensgemeinschaft mit solcher Spiritualität und mit solchem Namen. Das Geheimnis der Opferung Mariens enthält das Geheimnis der Sich-Aufopferung für Gott. Gemäß der Kirchentradition wurde Maria als kleines Kind von ihren Eltern in den Jerusalemer Tempel gebracht und Gott dargestellt. Maria hat sich selbst Gott als eine Gabe gebracht. Auch wir leben, um für Gott eine Gabe zu sein. Er schenkt sich uns, darum sollen auch wir uns ihm ganz hingeben. Das ist der Sinn des christlichen Lebens. Diese Opferung nimmt ihren Anfang in der heiligen Taufe und erfüllt sich in der Ordenskonsekration. Damit wir uns selbst Gott immer mehr opfern können, müssen wir alles, was uns im Leben begegnet, was wir tun, was wir denken, was wir fühlen, all unsere Schwäche, unsere ganze Existenz ihm darstellen. Wenn wir so unser geistliches Leben führen, dann werden wir zu einer Gabe. Dadurch geben wir uns selbst Gott hin. Das lehrt uns die Mutter Gottes im Geheimnis ihrer Opferung. Das war ihre Weise des geistlichen Lebens, das war ihr Weg zu Gott.

   Das sind die Leitfäden des Ordenslebens in der Kongregation der SS. Prezentki: das ständige Erleben des Geheimnisses "der Präsentation" Mariens, das sich in dauernder Antwort der Liebe auf die ewige Liebe Gottes ausdrückt. Zu der Berufung der SS. Prezentki gehört nicht nur das unaufhörliche Dasein in der Anwesenheit Gottes, beim Beten, bei der Arbeit und im Leiden, aber auch das Helfen für die jungen Leute, dass sie ihr Leben im Lichte der Anwesenheit Gottes gestalten und mit Liebe auf seine Liebe antworten können, d.h. im Geheimnis der "Präsentation" leben. Johannes Paul II. als Kardinal Karol Wojtyla von Krakau hat über die Spiritualität der Kongregation der SS. Prezentki so geschrieben: "Dieses Geheimnis der Präsentation Mariens hat die Gottesdienerin Zofia Czeska als Beispiel zum Nachahmen für sich, für ihre Pflegetöchter und "geistlichen Töchter" der gegründeten Kongregation erwählt".

   Die Gottesdienerin Mutter Zofia Czeska hat nach wie vor im Schein der Heiligkeit gelebt. Bis heute ist den Menschen ihre große Liebe zu Gott und ihr Verständnis für die Nöte der Nächsten im Gedächtnis geblieben. Am 1. April 1995 hat Kardinal Franciszek Macharski, der Metropolit von Krakau, das kanonische Verfahren in der Angelegenheit der Heroik der Tugenden und der Heiligkeit des Lebens der Gottesdienerin eingestellt. Am 20. November 1997 wurde das Diözesanverfahren abgeschlossen und man übergab die Akten des Prozesses dem Apostolischen Stuhl. Die sterblichen Überreste der Gottesdienerin befinden sich in einer Nebenkapelle der St. Johannes-Kirche in Krakau.

   Die Kongregation der Jungfrauen der Opferung der Heiligsten Jungfrau (Congregatio Virginum a Praesentatione Beatae Mariae Virginis) setzt bis heute die durch die Gottesdienerin angefangenen, didaktisch-erzieherischen Tätigkeiten in Polen fort. Sie leitet Schulen, Schülerheime, Kindergärten und engagiert sich in der Kinder- und Jugendarbeit. Das Generalhaus der Kongregation befindet sich in Krakau an der ¦w. Jan-Str. 7. Da ist auch das Lyzeum (Oberschule) und das Gymnasium. Im Hause der Gottesdienerin an der Szpitalna-Str. 18 in Krakau ist das Schülerheim für die Mädchen. Im Sinne des Charismas der Kongregationsgründerin hat die Ordensgemeinschaft in der Ukraine die Kinder- und Jugendarbeit beginnen können (Rohatyn, Lipówka, Halicz, Chodorów, Nowosió³ki, Bukaczowce, Bursztyn, Staszowa Wola, Podolle).

   Mulierem fortem quis inveniet? Eine tüchtige Frau, wer findet sie? (Spr 31, 10) Die Gottesdienerin Zofia Czeska war nicht nur "fortis"sondern auch "valde prudens", sehr klug. Sie hat sich ein erhabenes Ziel gesteckt und es mutig, verbunden mit einem tiefen Glauben und mit der Liebe zu Gott und zu den Nächsten, erreicht. Wir beten, Gott möge uns die Gnade schenken, daß die Heilige Kirche die Heroik der Tugenden und der Heiligkeit des Lebens der Gottesdienerin erkenne, und zur Ehre der Altäre Gottes, als Patronin der Lehrer, Erzieher und Erzieherinnen der Kinder und Jugend, erhoben werden könnte (Prof. B. Przybyszewski).


Das Gebet um die Seligsprechung


   Gott, Du bist die Liebe, in Deiner Güte läßt Du den Menschen teilnehmen in Erfüllung Deiner erlösenden Pläne. Wir danken Dir für die Gaben, die Du Deiner Dienerin gegeben hast, die wie Maria in Ihrer Opferung im Tempel, sich Dir hingegeben und sich für die Bildung der Herzen und Geister der armen Kinder und Waisen eingesetzt hat. Du, o Gott, hast durch sie eine neue Ordensfamilie ins Leben gerufen, die durch das Lehren und Erziehen der Kinder in der Kirche dient.

   Allmächtiger und barmherziger Gott, wir bitten Dich, erhebe sie zum Ruhm der Seligen und gib, dass sie für uns ein Beispiel im Bemühen der Erziehung und des Lehrens der neuen Generationen in der Familie und Schule, in der Wahrheit und in der Liebe Christi sein kann, der mit Dir in der Einheit des Heiligen Geistes lebt und herrscht in Ewigkeit. Amen.


Das Gebet der Erzieher


   Herr Jesus Christus, göttlicher Lehrer, Du hast liebevoll die Kinder an Dich gezogen und beteuert, wenn jemand ein Kind annimmt, so nimmt er Dich selber an. Du hast auch einen Jungen angenommen, der Dich nach dem Sinn seines Lebens gefragt hat.

Demütig bitten wir Dich, durch die Fürbitte der Gottesdienerin Zofia Czeska, die aus der Liebe zu Dir, alles für die Waisen und Armen gegeben hat und sich völlig für sie in der Erziehung und im Lehren geopfert hat, erteile uns Deine Weisheit und Deine Liebe, daß wir die leiten können, die unserer Obhut anvertraut sind. Lehre uns, Deiner Dienerin Zofia zu folgen und die durch den heiligen Vater Johannes Paul II. so ersehnte Zivilisation der Liebe und des Lebens aufzubauen. Amen.


Das Bittgebet um die Gnade


   Gott der unendlichen Liebe und Barmherzigkeit, Du schenkst uns jeden Tag die nötige Gnade, daß wir den Spuren des Kreuzes Christi beharrlich nachfolgen. Mit Demut singen wir ein Danklied für die Erwählung Deiner Dienerin Mutter Zofia Czeska. Aus Liebe zu Dir und um die menschlichen Seelen zu erlösen, konnte sie ihre Heiligkeitsberufung durch Verzicht auf materielle Güter und durch ihre Selbstaufopferung im Lehren und in der Erziehung der ärmsten Kinder verwirklichen.

Wir bitten Dich, o Herr, erhebe Deine Dienerin Zofia Czeska zur Ehre der Altäre Gottes und schenke uns die Gnade............, um die wir Dich hoffend bitten, durch Christus unsern Herrn. Amen.


Die Danksagungen für die, durch die Fürbitte der Gottesdienerin Mutter Zofia Czeska,
bekommenen Gnaden, bitten wir an die folgende Adresse zu senden:


Zgromadzenie Sióstr Prezentek
(postulator procesu)
ul. ¶w. Jana 7
31-017 Kraków, Polen


Foto:

1. Die Kirche der SS. Prezentki - St. Johannes der Täufer und St. Johannes der Evangelist Kirche, bei der sich das Generalhaus der Kongregation befindet >>

2. Das Haus der Gottesdienerin Zofia Czeska, in dem sie die Mädchenschule gegründet hat >>

3. Die Unterschrift und der Stempel der Gottesdienerin Zofia Czeska auf einem Dokument von 1631 >>

4. Das Bild der Heiligsten Jungfrau vom Freikauf der Sklaven - Mutter der Freiheit, in der St. Johannes Kirche in Krakau, mit der päpstlichen Krone durch Erzbischof Karol Wojtyla gekrönt am 9.05.1965 >>

5. Die sterblichen Überreste der Gottesdienerin Zofia Czeska in einer Nebenkapelle der St. Johannes Kirche in Krakau >>

6. Das Bild der Opferung der Mutter Gottes >>

7. Die Schulen der SS. Prezentki: Lyzeum (Oberschule) und Gymnasium in Kraków; Johannes Paul II. Lyzeum (Oberschule) und Gymnasium in Rzeszów >>

8. Die Eröffnung des kanonischen Verfahrens in der Angelegenheit der Heroik der Tugenden und der Heiligkeit des Lebens der Gottesdienerin Mutter Zofia Czeska - 1.04. 1995 >>

9. Der Abschluß des Diözesanverfahrens der Gottesdienerin Mutter Zofia Czeska - 20.11.1997 >>

Sr. M. Renata G±sior
Übersetzung: Henryk Kuman MS (Grainet)
korrigiert von Pfr. Korfmann

Mit der Genehmigung des Erzbischöflichen Ordinariats Krakau, 13.06.2001 L. 917/2001.
Bp Kazimierz Nycz, Wikariusz Generalny
Ks. Prof. dr hab. Jan Dyduch, Kanclerz Kurii
Ks Dr hab. Jan Machniak, Cenzor